Nach dem erfolgreichen Abschluss der Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium, ging er nach Heidelberg um dort zu studieren. Schon nach dem ersten Semester gab er dies allerdings auf und fing eine Lehre bei der Sparkasse an, welche er nach 2 Jahren abschloss.
Nach der Lehre fing Stephan R. Bellem wieder mit dem Studium an, - diesmal aber als Soziologie-Student.
Im Moment schreibt Bellem an seiner Trilogie "Die Chroniken des Paladin", welche zugleich sein Debut als professioneller Autor ist.
Der erste Band "Tharador" erscheint im Sommer 2007 beim Otherworld Verlag.
Bücherwahn: Dein erster Roman veröffentlichst du unter deinem Namen Stephan R. Bellem. Hast du das „R“ im Namen schon immer benutzt, oder kam das erst dazu, als du wusstest, dass dein Buch veröffentlicht wird?
Stephan R. Bellem: Ja, ich benutze das „R“ auch erst seit kurzem.
Rüdiger – denn dafür steht das „R“ – hat in unserer Familie eine kleine Tradition. Rüdiger Bellem war der Name meines Grossvaters, väterlicher Seite. 4 Wochen vor der Geburt meines Vaters ist er im 2. Weltkrieg allerdings gefallen. Erst kürzlich haben wir das Grab online bei der Kriegsgräberführsorge gefunden. Er war an der Russlandfront.
Mein Vater trägt auch Rüdiger als zweiten Vornamen. Und ich nun auch, als Erinnerung an den Mann, den leider niemand von uns kennengelernt hat.
Und als ich dann meinen Vertrag bekam, fand ich es schön, ihn auf diese Weise auch etwas zu ehren. Er konnte wahnsinnig gut zeichnen und malen. Ein paar Bilder von ihm, mehr gibt es nicht als Erinnerung.
Es ist also auch für mich selbst ein wenig die Erinnerung daran, dass man seine Träume verwirklichen muss, solange man kann.
Bei deinen Hobbies gibst du an: Filme sammeln, Musik hören und natürlich lesen. Ausserdem warst du nach eigenen Angaben sogar mal World of Warcraft - süchtig.... Bist du jemand, der selten raus geht?
Stephan Bellem: Hmmm. Definiere raus gehen. Meine Freundin und ich haben Saisonkarten fürs Schwimmbad und sind da momentan täglich, aber ich denke mal, du meinst Partys und solche Dinge. Da muss ich sagen, in letzter Zeit eher weniger. Aber ich war auch früher noch nie der grosse Partygänger.
Die Frage war nicht speziell auf Partys bezogen...
Ach so. Ich bin fast täglich draussen. Etwas spazieren, schwimmen und zu meinem Leidwesen auch Fahrrad fahren.
Also bist du keiner, der ständig vor dem Computer hockt?
Doch auch. Arbeitsbedingt und wohl auch sonst zu viel. Aber meine Freundin schaut schon, dass ich nicht zu viel sinnlos vor dem PC sitze.
Und die Sache mit dem Fahrrad? Steht da auch deine Freundin dahinter?
Allerdings. Aber mittlerweile macht es mir auch Spass. Man muss halt nur den inneren Schweinehund überwinden, dann geht es irgendwie. Das ist wie mit dem Umstieg von süssen Getränken auf Wasser. Am Anfang total ätzend, aber jetzt schmeckt es einfach besser...
Da kannst du doch glatt die Anstrengungen deiner Romanfiguren nachvollziehen?
Manchmal schon, aber das ist gar nicht schlecht, dann bekommt man ein besseres Gefühl dafür, worüber man schreibt. Wobei meine Romanfiguren ja Helden sind und die können natürlich etwas mehr aushalten als ich.
Jeder Mensch hat seine ausgefallenen Gewohnheiten. Was sind deine?
Ich esse gerne Schokoladenkekse und trinke dabei ein Glas Milch. Ich sterbe für Spaghetti Bolognese und ich lese gerne auf dem Klo. Ausserdem habe ich einen kleinen Tick, was die Ordnung in meinem Bücher - und DVD Regal angeht.
Und dieser Tick ist..?
Ich muss sagen, ich habe ihn mir mittlerweile abgewöhnt. Aber eine Zeit lang mussten alle Buchrücken resp. die Rücken der DVD Hüllen eine gerade Linie bilden. Ausserdem habe ich sie auch noch nach Hüllenart sortiert.
Heute verstaue ich meine DVDs in einer geschlossenen Vitrine und habe sie nach Genre sortiert. Die nächst kleinere Einheit ist dann der Schauspieler. So werden z.B. zwei Actionfilme von Bruce Willis auch immer nebeneinander stehen. Wenn man sich solch Dinge zu lange angewöhnt, dann werden sie Zwang und breiten sich auf andere Bereiche aus. Und deshalb habe ich da eben gegengesteuert.
Heisst das, dass du sonst nicht ordentlich bist?
Eigentlich überhaupt nicht. Nur in diesen beiden Dingen. Oder sagen wir mal, in Dingen, die ich sammle, wie Bücher und DVDs, da bin ich sehr pedantisch. Meine Bücher müssen beispielsweise auch immer möglichst ungelesen aussehen. Ja kein Knick im Buchrücken...
Aber sonst ist min Schreibtisch und das Arbeitszimmer überhaupt das geordnete Chaos.
Du gibst weiter an, dass du gerne kochst. Wie kommt das?
Hmmm. Keine Ahnung. Ich habe irgendwann damit angefangen mich dafür zu interessieren und heute macht es mir auch Spass. Ich würde mich aber jetzt nicht als besonders toll oder ausgefallen darin bezeichnen.
Gibt es ein Special-Stephan R. Bellem-Gericht?
Meine Abwandlung der Spaghetti Bolognese natürlich. Wobei es sich da eher um ein Tomaten - Hackfleisch Sosse handelt, keine wirkliche Bolognese, in die noch Speck und Karotten gehören. Und man kann die Sosse auch wunderbar in Pfannkuchen (keine Süssen!) einrollen und in einer Form mit Béchamel begiessen und dann überbacken.
Béchamel?
Das ist eine Mehlschwitze, die mit Wasser, Sahne und ein paar Gewürzen zubereitet wird. Sehr mächtige, weisse Sosse und super lecker.
So, dann widmen wir uns mal etwas deinem Werdegang als Leseratte. Dein erstes Buch war von Salvatore. Heute ist er einer deiner Lieblingsautoren. Wie kam das? Weil „Gesprungener Kristall“ dein erstes Buch war?
Mein erstes Buch war nicht von ihm. Ich hatte davor schon andere Bücher gelesen. Auch einige Fantasyromane. Salvatores Schreibstil hat mich einfach gefesselt und das tut er heute immer noch.
Und das hat dich schlussendlich dazu bewogen, selber Geschichten zu schreiben?
Mitunter sicherlich. Aber Salvatore befriedigt eher meine Lust auf phantastische Geschichten.
Jetzt kommt eine ganz tolle Frage….
….Ja, ich bin ein Mann.
...Was war das peinlichste, was dir je passiert ist, und du uns erzählen willst / kannst?
Was ich euch erzähle ist nicht das peinlichste, das behalte ich für mich, aber eine Anekdote:
Sportunterricht, 9. Klasse. Wir spielen Fussball. Abschlag vor dem Tor. Ich renne wie bekloppt quer übers Feld und schaue nur auf den Ball. Ich will ihn unbedingt abfangen. Plötzlich bleibe ich abrupt stehen. Vor mir ist nichts und dennoch habe ich angehalten. Wie im Zeichentrick fasse ich vor mich, ob da eine unsichtbare Wand ist, bis ich das Stöhnen höre. Ich habe natürlich meinen Lehrer umgerannt. Und natürlich habe ich dem armen Mann den Meniskus dermassen verletzt, dass er in Folge nicht mehr aktiv Volleyball spielen kann.
Mir war das super peinlich. Ich habe dann echt Schiss vor ihm gehabt. Man muss sich auch die Traube von Schülern vorstellen, die sich um den Lehrer versammelt haben, als er am Boden lag. Das war einfach nur schrecklich und ich bin ganz klein geworden. Gott, mir hat das so Leid getan.
In der Oberstufe habe ich ihn dann in Geschichte bekommen. Natürlich hat er sich noch an mich erinnert. Was auch an den Lachern der Anderen lag., als er meinen Namen aufrief. Aber er nahm es mir nicht krumm. Und rückblickend war er einer der besten Lehrer und auch einer von denen, die mir am nahesten standen. Doch, er war ziemlich cool.
So, und jetzt kommen wir doch noch auf das Thema Film zu sprechen.
Welcher Film wird von Stephan R. Bellem in einem Laden gekauft, wenn er denn mal wieder seine Sammlung erweitern will?
Gute Frage. Ich habe mir wenig Gedanken darüber gemacht, welchen Film ich als nächstes gerne hätte. Aber ich denke 300 ist ein guter Tipp. Departed wäre natürlich auch was..
Auf welche Filme stehst du?
Och, da gibt s kein Genre, das ich nicht mag. Aber die Meisten meiner Filme sind entweder Action oder Komödie. Natürlich dann aufgeteilt in Science Fiction und Fantasy usw. Aber das führt zu weit. Meine Sammlung zählt bald 200 Film, also ist auch von allem etwas dabei.
Und es sind übrigens alles Originale.
Das will ich doch hoffen….
Ich meine, wenn ich sie schon sammle, dann müssen sie auch die Extras haben und eben original sein. Da freut man sich doch viel mehr darüber.
So. Das war es erstmal von Stephan R. Bellem. Wir haben ihnen mit diesem Interview die Person hinter dem Namen näher gebracht. Im zweiten Teil werden wir dann über die Arbeit von Stephan R. Bellem berichten.
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